Auswirkungen des Klimawandels auf die periodische Migration der Zugvögel

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Ob im Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter, es begeben sich jedes Jahr tausende Zugvögel (migrantis avis) von ihren Brutgebieten zu ihren Win- terquartieren und wieder zurück. Auf ihren Reisen überqueren Zugvögel Ozeane, Gebirgsketten und Wüsten. Jährlich sind weltweit schätzungs- weise 50 Milliarden Zugvögel unterwegs, davon etwa fünf Milliarden zwischen Europa und Afrika. Von den in unseren Breiten heimischen Vogelarten verlässt der größte Teil in den Wintermonaten seine Reviere und zieht in wärmere Gegenden Südeuropas oder Afrikas. Doch diese Reise ist nicht ohne Gefahren…

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Datenschutz in Zeiten der sozialen Medien

Der Datenschutz in sozialen Medien ist ein sehr großes und weitreichendes Themengebiet, das in den letzten Jahren immer wieder stark in den Print- und Onlinemedien vertreten war und auch nicht an Aktualität und Brisanz verliert.

Die Nutzerzahlen der sozialen Medien wie Facebook, Twitter, WhatsApp und Co. sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, was folgende Grafik zeigt:

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Die Anzahl der aktiven Facebook Nutzer liegt bei ca. 1,5 Milliarden, was in etwa ein Fünftel der gesamten Weltbevölkerung entspricht. Andere soziale Medien wie Twitter (316 Millionen Nutzer) oder Skype (300 Millionen Nutzer) haben nur ca. ein Fünftel der Facebook User. Diese Statistik bestätigt, dass Facebook eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der sozialen Medien einnimmt. Zusammen mit den gekauften Firmen WhatsApp und Instagramm, kann Facebook durch seine User auf Milliarden von Datensätzen zugreifen und sich so ein individuelles Bild von seinen Nutzern machen. Durch alle geposteten Beiträge oder Veranstaltungen mit „Gefällt mir“-Klicks, trägt der User dazu bei, dass Facebook das persönlich erstellte Profil sukzessive erweitert und für Werbezwecke dem Nutzer speziell auf ihn angepasste Werbung in seinem Profil einblendet. Auch das gezielte Ändern der AGB oder Datenschutzrichtlinien zu eigenen Zwecken ermöglicht es Facebook, sein eigenes Datenkontingent weiter aufzustocken.

Trotz dieser bei Usern teilweise bekannten Praktiken posten zahlreiche Nutzer gewollt oder ungewollt sehr persönliche Daten von sich und ihren Freunden. Der von Facebook erfundene und angebotene „Gefällt mir“ oder auch „Like“ Button ist mittlerweile ein fester Bestandteil vieler unterschiedlicher Webseiten und ein Indikator dafür wie beliebt eine Webseite bei anderen Usern ist. Wie in einem Beitrag der Onlinezeitschrift Welt berichtet wird, spioniert der „Gefällt mir“ Button auf Seiten, in die dieser eingebettet ist, Informationen über den User aus, selbst wenn dieser nicht darauf klickt oder bei Facebook angemeldet ist. Das bedeutet, dass Facebook auch ohne Wissen oder gar Einwilligung der User, Daten von ihnen erhebt und so im Hintergrund ein Profil zusammenstellt.

Durch die technischen Möglichkeiten von heute ist es dem durchschnittlichen User auch nicht möglich sich komplett von der Außenwelt abzuschotten und seinen Weg durch das World Wide Web zu verschleiern (außer man benutzt einen Browser der das Surfverhalten verschleiert wie z.B. den Tor-Browser). Alleine durch das Nutzen eines Browsers wie z.B. Mozilla Firefox oder Google Chrome, gibt der Nutzer schon Informationen über sich preis:

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Der Client (Browser) schickt eine Anfrage an den Webserver und erhält im Gegenzug die Informationen im sogenannten HTTP (Hypertext Transfer Protocol) Header. Der HTTP Header liefert Informationen zum Betriebssystem, zur IP-Adresse, zum Browser inkl. der Version, zur zuletzt besuchten Seite, zur Farbtiefe sowie zur Bildschirmauflösung usw. Hier kann man sehen, welche Daten der Browser über den User preisgibt:
http://www.perlmania.de/browsercheck/.

Trotz der in letzter Zeit bekannt gewordenen Datenschutzprobleme und -skandale (Edward Snowden, 2013) ist ein Großteil der Internet-Nutzer nicht daran interessiert, seine eigenen Daten besser zu schützen, was folgende Grafik abbildet:

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Wie diese Umfrage von statista.com unter ca. 1300 Befragten verdeutlicht, will lediglich jeder Vierte seine Daten besser schützen und genauer darauf achten, welche Daten er zukünftig den sozialen Medien preisgibt. Dahingegen möchte jeder zweite der Befragten sein gewohntes Nutzungsschema nicht ändern und weiterhin seine Aktivitäten und Äußerungen in Social Media Channels mit andern teilen. Lediglich 13% achteten bereits vor Bekanntwerden des Abhörskandals durch Edward Snowden darauf, dass sie so wenig wie möglich über ihr Privatleben preisgeben und ihre Privatsphäre weitestgehend unangetastet bleibt.

Um noch mehr über diese Thematik herauszufinden und einen besseren Einblick in die Welt der sozialen Medien zu bekommen, haben wir die Redakteurin der Online Zeitschrift Russmedia, Jennifer Schindl, zu einem Interview gebeten. Frau Schindl hat auf der FH St. Pölten Medienmanagement studiert und der Titel ihrer Bachelorarbeit lautete „Der Einfluss Edward Snowdens erster Publikationen im Juni 2013 auf die Sensibilisierung hinsichtlich der Preisgabe geschützter persönlicher Informationen auf Facebook“:

Redakteur: Wie kann ich meine persönlichen Daten in sozialen Medien besser schützen und meinen Weg durchs Internet besser verschleiern?

Schindl: Am besten man verwendet schon von Beginn an nicht seinen echten Namen für Social Media Plattformen, denn wie mittlerweile jeder weiß – das Internet vergisst nicht. Was man nach der Registrierung als ersten Schritt machen sollte, ist die Privatsphäre-Einstellungen angemessen zu ändern, denn die sind vom Start weg üblicherweise sehr zum Nachteil der User eingestellt. Beim Posten sollte man darauf verzichten, jedem auf der Social Media Plattform Bescheid zu sagen, mit welchem Buch oder welchem Film man gerade beschäftigt ist. Daraus lassen sich sehr leicht Präferenzen ableiten und damit auch beispielsweise personalisierte Werbung anzeigen. Auch bei Gewinnspielen ist Vorsicht geboten. Deren einziger Nutzen für die Firmen ist es, an die Daten der User und deren Okay zur Verwendung zu kommen.

Redakteur: Warum ist es einem Großteil der Leute egal, was mit Ihren Daten gemacht wird und warum schützen Sie ihre Daten nicht besser?

Schindl: Viele beschäftigen sich aus fehlendem Interesse einfach nicht mit dem Thema. Auch wenn man anhand einfacher Beispiele, wie der personalisierten Werbung, darauf aufmerksam machen will, wie einfach es ist, scheinbar unnütze preisgegebene Daten zu einem Bild des individuellen (potenziellen) Konsumenten zusammenzubauen, bleiben viele Menschen unbeeindruckt.

Redakteur: Wie wirkt sich diese Sorglosigkeit im Umgang mit den Daten auf das Umfeld aus? Gefahren? Mitarbeitergespräche? Jobinterviews? Bewerbungsgespräche?

Schindl: Solch eine Sorglosigkeit kann einem schwer auf den Kopf fallen. Gerade was das Arbeitsleben betrifft. Der Check des Social Media Profils durch einen Arbeitgeber ist mittlerweile eher Routine als Seltenheit. Bei einer möglichen Neuanstellung kann ein schlechter Umgang mit Daten ausschlaggebend für eine Absage sein. Auch im bereits festen Job kann die falsche Handhabe mit Social Media Plattformen zur Kündigung führen. Im privaten Umfeld kann die Preisgabe intimer Daten von Freunden natürlich auch Konflikte bringen.

Redakteur: Wie kann man Leute dazu animieren, sich mehr mit dem Thema Datenschutz auseinanderzusetzen?

Schindl: Am besten wäre dafür wohl eine Informationskampagne, die über Plakate oder an Stelle von Fernsehwerbung ausgespielt wird. Denn andere Medien unterliegen einer größeren Selektion der Nutzer und damit würden die oben erwähnten desinteressierten Social Media User erneut nicht erreicht werden.

Redakteur: Trotz unzähliger Datenskandale (Thema: Edward Snowden, NSA) geraten diese ziemlich schnell nach Bekanntwerden wieder in Vergessenheit. Warum fehlt den meisten Leuten die notwendige Sensibilisierung dafür?

Schindl: Die meisten Skandale sind kurzlebig und werden von anderen Skandalen abgelöst, über die sich die Menschen unterhalten können. Der Reiz der Aktualität in der schnelllebigen Zeit sorgt dafür, dass alte Themen nicht wieder aufgegriffen werden. Somit geraten eigentlich wichtige Angelegenheiten schnell wieder in Vergessenheit.

Redakteur: Warum sind soziale Medien im Allgemeinen so beliebt, obwohl ein Großteil der Nutzer über die Datenschutzprobleme Bescheid weiß?

Schindl: Social Media Plattformen bieten eine sehr einfache Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu bleiben. Auch wenn man die Zeit einfach nicht hat, sich mit allen zu treffen, hat man trotzdem das Gefühl, mitzubekommen, was sich in deren Leben gerade tut. Speziell mit Leuten, die sehr weit entfernt wohnen, lässt sich sehr viel leichter Kontakt halten. Außerdem dient Social Media in Zeiten von Smartphones als Pausenfüller, zum Beispiel beim Warten auf den nächsten Bus. Bei so vielen gebotenen Vorteilen gerät das Datenschutzproblem leicht in Vergessenheit.

Redakteur: Verändern Social Media Plattformen die Natur der privaten und öffentlichen Informationen? Wenn ja, wie?

Schindl: Private Informationen, die früher weit davon entfernt waren, öffentlich gemacht zu werden, sind heute wie selbstverständlich auf Social Media Plattformen zu finden. So wurde unsere Wahrnehmung und Trennung von privat und öffentlich definitiv verändert.

Redakteur: Hat die Preisgabe der Daten auf sozialen Medien wie FB etwas mit der Ausbildung oder Herkunft zu tun?

Schindl: Tatsächlich gibt es Studien, die zeigen, dass Datenschutz die Menschen abhängig von deren Ausbildung und Herkunft unterschiedlich wichtig erscheint. Laut der Studie, die ich im Jahr 2014 durchgeführt habe, teilen Europäer mehr auf Facebook, als Nicht-Europäer. Außerdem gab es mehr Postings von Akademikern, als von Nicht-Akademikern. Ich habe damals gemutmaßt, dass das vielleicht daran liegen mag, dass Leute mit höherer Ausbildung die Social Media Plattformen nutzen, um ihr erlangtes Wissen mitzuteilen und darüber zu diskutieren.

Redakteur: Zum Abschluss würden wir gerne deine Meinung noch zu einem aktuellen Thema wissen. Was hältst du von der Idee, dass Kinder und Jugendliche in einigen europäischen Ländern Facebook oder WhatsApp künftig bis zu einem Alter von 16 Jahren nur mit Zustimmung ihrer Eltern nutzen dürfen?

Schindl: Ich finde diese Idee nicht schlecht. Die Eltern können die geistige Reife ihres Kindes wohl am besten einschätzen und überlegen, ob der Jugendliche bereits in der Lage ist, Facebook oder WhatsApp bedacht zu nutzen.

Wenn man nach all diesen Informationen seine privaten Daten besser schützen will, oder um den Weg durch das Internet, aus welchen Gründen auch immer, verschleiern möchte, gibt es u.a. zwei Plug-Ins, die dabei helfen:

Lightbeam

lightbeam

Lightbeam ist ein Mozilla Firefox Plug-In, welches in einer Graphenübersicht alle besuchten Seiten inkl. der damit verbundenen Drittanbieterseiten graphisch darstellt. Der Screenshot oben offenbart, dass man, wenn man die Website eines bekannten Online Musik Dienstes aufruft, zusätzlich noch von weiteren acht sogenannten Third-Party Websiten getrackt wird. Das Plug-In bietet zudem zwei wesentliche Features, die einem helfen, seine Identität besser zu verbergen: Jede besuchte Website kann mit einer Blockfunktion daran gehindert werden, dass ein Tracking stattfindet, oder man kann sogar die gesamte Tracking Funktion für alle Webseiten deaktivieren. Das führt allerdings dazu,, dass dadurch nicht mehr gewährleistet werden kann, dass die aufgerufenen Webseiten einwandfrei funktionieren.

Das soeben vorgestellte Plug-In gibt es nur für Mozilla Firefox, das nächste Plug-In ist aber sowohl für Firefox, Chrome, Opera, Safari und Microsoft Edge verfügbar:

Ghostery

ghostery

Ghostery zeigt beim Laden einer Webseite an, wie viele Third-Party Webseiten einen Besuch tracken. Über einen Konfigurations-Assistenten lässt sich das Plug-In individuell anpassen: So kann man z.B. alle Datenschutz- und/oder Analysistracker blockieren, oder man sperrt alle bei Ghostery registrierten Tracker auf einmal, wobei auch hier nicht die volle Funktionalität der aufgerufenen Website garantiert werden kann. Auch ist es möglich, individuell die auf einer Seite gefundenen Tracker zu deaktivieren und sich weitere Informationen zum jeweiligen Tracker anzeigen zu lassen.

Zum Abschluss folgen ein paar Tipps, wie man ohne großen Aufwand mehr Kontrolle über seine Daten hat:

  • 1. Plug-Ins oder Add-Ons benutzen, die den Weg durch das Internet verschleiern (Lightbeam, Ghostery).
  • 2. Browser Settings anpassen und regelmäßig Cookies und Browser Cache leeren.
  • 3. In sozialen Medien nicht mit dem echten Namen anmelden, sondern einen alternativen Namen suchen.
  • 4. Nicht sofort alles teilen, kommentieren und „liken“ was man liest oder sieht.
  • 5. Webseiten direkt besuchen, wenn man die URL weiß und nicht über Google oder Facebook weiterleiten lassen.
  • 6. Nach alternativen Apps, E-Mail Providern und Services suchen.

Quellen:

http://kompakt.welt.de/digital/2hI77yxYhuaOWY66ACOsWI/like-button

http://de.statista.com

Autoren: Gerald Strobl, Daniel Winter

Migration eines Musikers

Im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der Fachhochschule St.Pölten wurde das Thema „Migration“ behandelt. Als Übung war die Planung und Durchführung eines journalistischen Werks zu diesem Thema.

Wir haben uns mit Freude für ein Videointerview mit dem brasilianischen Gitarristen ALEGRE CORRÊA entschieden, welches wir mit Hilfe des Magazins Guitarmania E-Zine (www.guitarmania.eu) durchführen konnten.

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© Tamás Künsztler

ALEGRE CORRÊA lebte eine lange Zeit in Wien und kam mit seiner Musik rund um die Welt, sodass er als höchst interessanter Interviewpartner betreffend der „Migration eines Musikers“ anzusehen war.

Das komplette Videointerview ist hier zu sehen: YouTube – Alegre Corrêa Interview

Produktionsteam & Verfasser: Berger Mathias, Künsztler Tamás, Pichler Florian, Wiertel Patrick

Privatsphäre im Wandel

Anlässlich der jüngsten Vorfälle, welche die Überwachung von Bürgern in Österreich, bzw. anderen Staaten betreffen, beschlossen wir uns mit diesem Thema und auch der öffentlichen Meinung zu diesem einmal genauer auseinander zu setzen.

Im Zuge dessen soll in diesem Artikel kurz auf mehrere Punkte eingegangen werden:
1. die potentiellen Gefahren für die Privatsphäre des Einzelnen,
2. der Umgang der Gesellschaft bzw. von Personen mit privaten Informationen sowie
3. deren allgemeine Definition von bzw. Einstellung zur Privatsphäre.
Konträr dazu wird in einem Hörspiel auch auf die Privatsphäre in Diktaturen mit hohem Überwachungsgrad (Bsp. DDR) eingegangen und mit dem heutigen Verhalten betreffend privater Informationen verglichen.

NSA Skandal
Durch die von Edward Snowden geleakten Dokumente über die Praktiken der NSA, flammte die Diskussion über die Sicherheit im digitalen Netz erneut auf. Nachdem publik wurde, dass die die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich die Telekommunikation sowie das Internet in großen Teilen ohne begründeten Verdacht überwachen und abhören, formierten sich in zahlreichen Ländern Bürgerrechtsorganisation um gegen die scheinbar unbegrenzte Überwachung der Bevölkerung zu vorzugehen. Gerechtfertigt wurde die Vorgehensweise der NSA von Geheimdienstchefs und Politikern beider Länder mit dem Argument der Terrorbekämpfung. Für Interessierte bietet die Zeit Online eine Zusammenfassung des NSA-Skandals.

Freiwillige Weitergabe von persönlichen Daten

Soziale Netzwerke
Wenn man von der freiwilligen Bereitstellung persönlicher Daten spricht, kommen einem wohl zuerst soziale Netzwerke in den Sinn. Nirgendwo sonst werden vermutlich derart viele und vor allem private Informationen vom Einzelnen herausgegeben. Durch ihre Aktivitäten, Likes, Kommentare, Fotos und dergleichen verraten die User oft weit mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. So lassen sich scheinbar Beziehungen vorhersagen, die Intelligenz messen, die sexuelle Orientierung herausfinden und dank einer neu entwickelten Software mit rund 97-prozentiger Wahrscheinlichkeit Personen auf Fotos erkennen.
Eine ganz neue Dimension hat Facebook allerdings spätestens seit dem Kauf von Instagram und Whatsapp erreicht.

Smartphoneapps
Für jeden erdenklichen Zweck gibt es sie – manche sinnvoll, andere lediglich zum Zeitvertreib – einen Haken haben Sie allerdings alle: sie verlangen Berechtigungen um auf Daten zugreifen zu können, damit sie funktionieren. Die Daten die benötigt werden um zu funktionieren erscheinen oft plausibel, jedoch nicht in allen Fällen. Und vor allem lassen sich diese Daten oft auch anders verwerten.
Mittlerweile sollte die Problematik jedem und jeder bewusst sein und die Berechtigungen die eine App verlangt, genauestens untersucht werden.

Kundenkarten
Um an Vergünstigungen zu gelangen, sind in vielen Geschäften Kundenkarten erforderlich. Diese dienen den Konzernen vor allen Dingen zum Herausfinden der Konsumgewohnheiten ihrer Kunden, um ihnen gezielt Werbung zu schicken, die sie zum vermehrten Einkaufen animiert. In den USA wurde zum Beispiel ein Fall publik, bei dem eine Supermarktkette so gewissermaßen schon vor dem Vater von der Schwangerschaft seiner Tochter ‘wusste’.
Für all jene die, die Vorteile einer Kundenkarte genießen wollen, ohne dabei jedoch ihre persönlichen Vorlieben preisgeben zu wollen, gibt es die Möglichkeit unter nocard.info einen Fake-Kundenkartencode für Bipa, Billa und Merkur zu generieren, mit dem man unbehelligt sämtliche Preisvorteile genießen kann. Dies ist den Supermarktketten natürlich ein Dorn im Auge, weswegen diese auch Apps von Drittanbietern bis auf weiteres verbieten.

Gewinnspiele
Ein weiteres beliebtes Mittel um an Kundendaten zu gelangen, sind Gewinnspiele. Üblicherweise geht es hier vor allem um das Sammeln von E-Mail Adressen an die später Newsletter versandt werden können. Im schlimmsten Fall landen die E-Mail Adressen jedoch irgendwann auf dem ‘freien Markt’, wo sie dann z.B. von unseriösen Firmen gekauft werden, die dann ihre Spam-Mails an diese Adressen schicken.

Umfrage und Ergebnisse

Um ein besseres Bild vom Umgang der Gesellschaft, bzw. von Personen mit privaten Informationen, sowie deren allgemeine Definition von bzw. Einstellung zur Privatsphäre zu bekommen, haben wir eine kleine Umfrage gestartet. Die Umfrage sollte keinesfalls repräsentativ betrachtet werden, da sie dafür einem zu kleinem Publikum vorgelegt wurde. Insgesamt haben sich 27 Personen an der Umfrage beteiligt. Da diese Umfrage anonym und offen im Internet zugänglich war, ist eine Analyse nach demographischen, oder ökonomischen Kriterien nicht möglich.

Die Auswertung ergab, dass unter allen Befragten ein deutlicher Unterschied gemacht wird, ob jemand tatsächlich (zum Beispiel von einem Staat) überwacht wird, oder ob man auf freiwilliger Basis seine Daten zur Verfügung stellt (Bezahlen mit Kreditkarte, “Taggen” von Bilder in sozialen Netzwerken, etc.). Eine von oben herab verordnete Überwachung durch Staaten wird von einer deutlichen Mehrheit als nicht akzeptabel gewertet. Das Teilen seines Status, das Taggen von Bildern, “einchecken” an Orten und dergleichen, wurde jedoch von einem Großteil der Befragten schon einmal freiwillig gemacht, oder für sie gemacht. Obwohl ein großer Teil (40%) der Meinung ist, dass wer nichts zu Verbergen hat, auch nichts zu Befürchten hat, haben bereits knapp 60% einen “Tag” oder ähnliches wieder entfernt. Dies lässt den Schluss zu dass es, solange etwas aus freien Stücken, bzw. aus einer eigenen Motivation heraus geteilt und veröffentlicht wird, für einen großen Teil der Leute akzeptabel ist. Sollte dies jedoch durch Staaten/Organisationen/Instituten, oder auch von anderen Personen (Freunden, Arbeitskollegen) passieren, wird es weitaus weniger geduldet.

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Hörspiel


Beitrag von Armin Herzog, Clara Schuster und Manuel Eisenkirchner

Privatsphäre von Asylsuchenden in Österreich

 Für von Krieg bedrohte Menschen, die ihr Land verlassen und eine mit vielen Hoffnungen verbundene lange und gefährliche Reise auf sich nehmen, beginnt der neue Lebensabschnitt meist mit großer Enttäuschung. Oft sind Menschen die auf Asyl angewiesen sind nicht zumutbaren Zuständen ausgesetzt. Alleine in einem fremden Land, einer oft unbekannten Kultur, der Entscheidungsgewalt anderer ausgesetzt, verwundert es nicht, dass es hier oft zu Verwirrung und Unzufriedenheit unter den Betroffenen kommt. Wie unzumutbar die Lebenssituationen von Flüchtlingen in sogenannten Flüchtlingsheimen sind, ist mittlerweile auch durch investigative Recherchearbeit, wie sie z.B. vom Team von Dossier (http://www.dossier.at/asyl) in Österreich betrieben wird, bekannt. Was neben den aufgezeigten, dringlichen Missständen untergeht, ist die Tatsache, dass diese Wohnsituationen sehr oft auch den Verlust der Privatsphäre mit sich bringen.

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